Konzeption

Vorwort
In den letzten 10 Jahren haben sich das Profil und die Anforderungen an das Arbeitsfeld „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ rasant verändert. Die Themen  Gender /  Genderorientierung, Inklusion, Ganztagsschulentwicklung, Interkulturalität, Kindeswohlgefährdung, Bildung und Erziehung bestimmen die inhaltliche Ausrichtung der pädagogischen Arbeit in den Kinder – und Jugendeinrichtungen.
Die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen haben sich vervielfacht. Dabei wurden personelle und finanzielle Angleichungen allerdings nicht entsprechend vorgenommen. Denn gleichzeitig wurden in Frankfurt am Main Haushaltskonsolidierungen und Einsparmaßnahmen beschlossen und  umgesetzt. Dies bedeutet, das eher Ressourcen abgebaut wurden und somit die finanziellen und personellen Ausstattungen sich verschlechtert haben und den inhaltlichen Bedarfen nicht angeglichen wurden.

Das Jugend- und Kulturzentrum Höchst nimmt die neuen Anforderungen und Herausforderungen auf und  entwickelt mit den vorhandenen Ressourcen Angebote, die sowohl Bedarfe als auch gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen.
Die Konzeption bildet die Grundlage für die Arbeit mit den unterschiedlichen  Zielgruppen in der Einrichtung.

 

1 Einleitung

1.1 Der Träger
Das Jugend- und Kulturzentrum Höchst ist eine Einrichtung der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main. Die Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe übernimmt seit dem 01.01.1999, als Eigenbetrieb 57, einen Teil des operativen Auftrages des Jugend- und Sozialamtes  der Stadt Frankfurt am Main. Der Eigenbetrieb ist Teil des öffentlichen Jugendhilfeträgers.

Der Betrieb hat die Aufgabe, im Auftrag des Jugend- und Sozialamtes im Rahmen der städtischen Jugendhilfeplanung zur Verbesserung der Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen und  ihren Familien in den Stadtteilen beizutragen. Dazu entwickelt der Betrieb Angebots- und Hilfskonzepte. Seine Angebotsstruktur passt er qualitativ und quantitativ, den sich verändernden Bedarfen, an.

Der organisatorische Aufbau und Ablauf muss den Fachkräften ermöglichen, diese Verantwortung zu übernehmen, um ihr berufliches Handeln und Wissen in die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, sowie in die Verbesserung ihrer Lebensumstände zu stellen. (Vgl. hierzu die Präambel der Betriebssatzung)

 

1.2 Grundlagen der Arbeit
Das Arbeitsfeld der „Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ erfüllt Aufgaben gemäß SGB VIII, §§ 1, 3, 8a, 11, 13 und 14, und gemäß der  Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Die folgenden Leitlinien, Orientierungsrahmen, Dienstanweisungen  Qualitätskriterien und Leistungsvereinbarungen der Stadt Frankfurt am Main konkretisieren den gesetzlichen Auftrag.

  • Leistungsvereinbarung mit dem Jugendamt und dem Betrieb von 1999
  • ’ „Die Qualitätskriterien für die offenen Kinder- und Jugendarbeit“ – Beschluss des     Jugendhilfeausschusses vom 11.12.2001
  • „Frankfurter Leitlinien zur Förderung der Mädchenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe“ September 1995
  • „Frankfurter Leitlinien zur Förderung der Jungenarbeit in der offenen Kinder- und     Jugendarbeit“ – 02.05.2006
  • „Orientierungsrahmen für eine Gender bezogene  Kinder- und Jugendarbeit in     Frankfurt am Main“ – Beschluss Jugendhilfeausschuss 20.12.2013
  • „Leitlinien für die interkulturelle Orientierung und Kompetenz in der Kinder- und     Jugendarbeit für die Stadt Frankfurt am Main“ vom 27.06.2006
  • „Kindern und Jugendlichen in ihrer Vielfalt begegnen“ – Leitlinien Inklusion der Stadt Frankfurt am Main – 12.11.2012
  • „Dienstanweisung zur Wahrnehmung des Schutzauftrages bei     Kindeswohlgefährdung“ gemäß § 8a – 01.07.2011

 

2 Der Stadtteil / der Sozialraum

Höchst liegt im Westen Frankfurts. Die ehemalige Kreisstadt wurde 1929 von Frankfurt eingemeindet. Dabei konnte  Höchst den besonderen Stellenwert unter den Frankfurter Stadtteilen erhalten und zum Teil weiter ausbauen.
Bis Anfang der siebziger Jahre hatte Höchst noch ein eigenes Nummernschild ( FH ). Am Main gelegen besitzt Höchst einige sehenswerte Anziehungspunkte wie die Altstadt, das Höchster Schloss, die Justinuskirche, den Bolongaropalast, das Dahlberghaus und die Höchster Porzellanmanufaktur.
Mit dem Industriepark Höchst ist im Stadtteil einer der größten Arbeitgeber der Region angesiedelt. Etwa 25.000 Menschen haben hier in unterschiedlichen Unternehmen ihren Arbeitsplatz. Infraserv als Betreiber des Industrieparks unterstützt in beachtlichem Maße die kulturellen und sozialen Angebote im Frankfurter Westen.
Nach wie vor ist Höchst der Mittelpunkt der westlichen Frankfurter Stadtteile. Die kleine Fußgängerzone bietet Gelegenheit einzukaufen. Zum verweilen laden Cafes ein, zum Mittag werden leckere kleine Mahlzeiten angeboten. Im Höchster Bürgerbüro  mit Meldestelle, mit den regelmäßigen Bürgerfragestunden des Oberbürgermeisters und dem eigenen Büro des Oberbürgermeisters können die Einwohner fast alle Ämtergänge nahe am Wohnort erledigen. Höchst hat außerdem mit dem städt. Klinikum Höchst  eine gute Gesundheitsversorgung, mit der Verwaltungsstelle Höchst des Finanzamt Frankfurt eine eigene Finanzbehörde, ein eigenes Hallenbad und ein großes Freibad.
Die gute Infrastruktur setzt sich im Schul- und Bildungsangebot fort. In Höchst sind eine Förderschule, eine Grundschule, eine Grund- und Hauptschule, eine Realschule, eine Integrierte Gesamtschule, zwei Berufsschulen, zwei Mittelstufen Gymnasien und ein Oberstufen Gymnasium, angesiedelt. Die Volkshochschule unterhält in Höchst eine Außenstelle mit einem vielfältigen Angebot. Dasselbe gilt für die Stadtteilbibliothek.
Mit dem Sozialrathaus, dem Haus des Jugendrechts, der Agentur für Arbeit, vier Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Beratungsstellen als Anlaufpunkte für viele Problemlagen, den Praunheimer Werkstätten, Notunterkünften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Asylbewerber, steht im Stadtteil auch eine breit aufgestellte soziale Infrastruktur zur Verfügung.
Darüber hinaus ist Höchst ein sehr lebhafter, ideenreicher, vielfältiger Stadtteil. Das kulturelle Leben zieht nicht nur die Menschen der westlichen Stadtteile, sondern auch die Menschen aus dem Main-Taunus-Kreis und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet an. Dafür sorgen die Highlights des Vereinsrings Höchst, mit dem Höchster Altstadt- und Schlossfest, mit dem Höchster Kunstmarkt und dem Weihnachtsmarkt: Das Kurzfilm Festival „Shortcuts at Moonlight“ und das Neue Theater Höchst sorgen für internationales Flair. Barock am Main ist Jahr für Jahr ausgebucht. Die Jahrhunderthalle Höchst und die Ballsporthalle Höchst sorgen im Bereich Musik und Sport für hochklassige Großveranstaltungen. Das Filmforum Höchst und das Filmtheater Valentin sorgen für anspruchsvollen Filmgenuss.

Im Stadtteil Höchst lebten zum Stichtag 31.12.2013 14551 Menschen. Davon sind 8978 Deutsche, 5499 mit Migrationshintergrund und  3479 ohne Migrationshintergrund. Eine andere Staatsangehörigkeit hatten 5573 Menschen (Vgl Bürgeramt, Statistik und Wahlen, Frankfurt am Main, Statistisches Jahrbuch 2014). Auf dieser Grundlage verteilen sich die Zahlen auf die Zielgruppen des Jugend- und Kulturzentrums Höchst wie folgt:
In Höchst leben 1250 Kinder im Alter von  6 – 13 Jahren, davon sind  637 Teenies im Alter von 10 – 13 Jahren, 716 Kinder mit Migrationshintergrund, 229 ohne Migrationshintergrund und 305 mit anderer Staatsangehörigkeit; Jugendliche im Alter von 14 – 17 Jahren waren es 616, 268 mit und 120 ohne Migrationshintergrund, 228 mit anderer Staatsangehörigkeit;
Junge Volljährige / junge Erwachsene im Alter von 18 – 29 Jahren waren es 2843, 540 mit und 1163 ohne Migrationshintergrund, 1140 mit anderer Staatsangehörigkeit.
Zum 31.12.2014 lagen aktuell folgende absoluten Zahlen vor; 14864 Menschen lebten in Höchst, 331 mehr als 2013; davon Deutsche 8996, 18 mehr als 2013 und 5868 mit anderer Staatsangehörigkeit, 295 mehr als 2013 (Vgl. Statistik aktuell Ausgabe 01/2015, Stand 31.12.2014).

 

3 Die Einrichtung

Lange Jahre engagierte sich eine Initiativgruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen Treffpunkt für Jugendliche in Höchst einforderten, für ein Jugendzentrum.
Durch den Umbau des ehemaligen Schlachthofes in Frankfurt – Höchst öffnete im Feb. 1979 eine der größten Jugendfreizeit- Bildungs- und Kultureinrichtungen für Jugendliche und junge Erwachsene in Frankfurt. Die Trägerschaft übernahm das Jugendamt der Stadt Frankfurt. Seit dem 01.01.1999 übernahm die Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Frankfurt am Main, ein Eigenbetrieb der Stadt Frankfurt, die Trägerschaft.

3.1 Räumlichkeiten
Im Mittelpunkt des Hauses, mit einer Nutzfläche von 1500 m² steht eine große Veranstaltungshalle die für Konzerte, Feste, Sportprojekte und sonstige Veranstaltungen genutzt wird. Umgeben ist die Halle von vielen kleineren Gruppen- und Seminarräumen, Bistros, Werkstätten, Büro-, Computer- und Musikräumen. Auf dem 2000 m2 großen Außengelände des JuKuZ befinden sich ein Ballsportplatz, ein Sitzrondell und Tischtennisplatten. (siehe auch Raumkonzept im Anhang)

3.2 Personal
Das Team des Jugend- und Kulturzentrum Höchst besteht aus sechs pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich 5 1/2 Planstellen teilen. Die Leitung der Einrichtung ist zu 50% für Leitungsaufgaben freigestellt und steht darüber hinaus für Projekte und Angebote zur Verfügung. Ein(e) Jahrespraktikant(in), ein technischer Angestellter, eine Reinigungskraft und Honorarkräfte, die für gezielte Angebote zur Verfügung stehen, vervollständigen das Team.

3.3 Finanzen
Das jährlich zur Verfügung stehende Budget wird im zuständigen Geschäftsbereich beantragt und verhandelt. Die tatsächliche Finanzierung erfolgt entsprechend den Zuweisungen der Stadt Frankfurt.
Über punktuell beantragte Projektgelder, der Aquirierung von Spenden und Zuschüsse für besondere Angebote, erweitert sich  der finanzielle Rahmen.

3.4 Zielgruppen
Die Angebote richten sich vorwiegend an Teenies im Alter von 12 – 14 Jahren, an Jugendliche im Alter von 15 – 17 Jahren, an junge Volljährige im Alter von 18 – 21 Jahren und an junge Erwachsene bis 27 Jahren mit Beratungsbedarf.
Bei bestimmten Projekten und Arbeitsansätzen wird die Altersgruppe der 8 – 10 jährigen Kinder in die Angebote einbezogen.
Wir streben eine gute Mischung bei der Besucherstruktur an, hinsichtlich Jungen und Mädchen, Teenies, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Schülern und Auszubildenden.

3.5 Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten sollen Jugendlichen eine verbindliche Orientierung für ihre Freizeitgestaltung bieten. Gleichzeitig versuchen wir  die Öffnungszeiten flexibel zu halten, um uns an den Bedürfnissen  von Jugendlichen zu orientieren und kurzfristige Gestaltungsmöglichkeiten für besondere Angebote zu haben (siehe Anhang Öffnungszeiten / Wochenplan).
Am Wochenende gibt es Öffnungszeiten, die selbst organisiert durch Besucher / Nutzer gestaltet werden können.
In unregelmäßigen Abständen werden am Wochenende Veranstaltungen, Fahrten und sonstige Angebote durchgeführt.
In den  Schulferien, Ostern, Sommer und Herbst finden regelmäßig  Ferienangebote statt.
In den letzten drei Sommerferienwochen und  2 Wochen zum Jahreswechsel bleibt das Jugend- und Kulturzentrum Höchst geschlossen.

3.6 Ziele der Arbeit im JuKuZ Höchst

  • Wir gestalten unsere Angebote so, dass sie für alle nutzbar sind
  • Bei uns sind alle jungen Menschen willkommen, unabhängig von sozialem Status, Herkunft, Nationalität, Religion und Geschlecht
  • Die Gleichwertigkeit der sozialen und kulturellen Geschlechter fördern und fordern’ Angebote entwickeln und durchführen, die sich an der Lebenswelt der Jugendlichen orientieren
  • Vielfalt erleben und andere  Kulturen vorurteilsfrei kennen lernen’
  • Verzahnung, Verschränkung von formalem, nonformalem und informellem Lernen’
  • niedrigschwellige Beratung Unterstützung in Krisensituationen, Hilfe bei der   Lebensbewältigung
  • Orientierung am Sozialraum durch quartiers-, stadtteil- und regional bezogene    Arbeit
  • Netzwerkarbeit im Stadtteil unterstützen und mitgestalten
  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch Förderung individueller Fähigkeiten
  • Soziale Kompetenz fördern
  • Lernen mit Konflikten umzugehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln
  • Fähigkeiten vermitteln um am gesellschaftlichen Leben teil zu haben’
  • Jugendliche begleiten und bestärken, sich mit ihrer Umwelt kritisch auseinander zu    setzen
  • Förderung von selbstverantwortlichem Handeln
  • Ermutigen, eigene Interessen zu benennen und bei der Umsetzung unterstützen
  • Partizipation fördern und erlebbar machen

 

4 Methoden der Arbeit

4.1 Offene Arbeit
Offene Kinder- und Jugendarbeit bietet jungen Menschen die Möglichkeit sich zu treffen und gemeinsam ihre Freizeit zu verbringen, ohne Anmeldung, ohne Mitgliedschaft und ohne  konsumieren zu müssen. Merkmal des offenen Treffs ist der  zwanglose Umgang mit Gleichaltrigen  und die Möglichkeit zu Fachkräften Kontakt aufzunehmen und Beziehungen aufzubauen.
Dieses niedrigschwellige  Angebot ist oft Zugang zu den anderen vielfältigen Angeboten der Kinder- und Jugendeinrichtungen, zu Kursen, Projekten und den Hilfsangeboten.

4.2 Einzelfallarbeit
Für viele Besucher und Besucherinnen ist die konkrete individuelle Unterstützung wichtig und notwendig. Bei der  Bewältigung spezifischer Probleme steht das Individuum im Mittelpunkt.

4.3 Gruppenarbeit
Gruppenarbeit fördert die sozialen Möglichkeiten des Einzelnen, wie z.B. Rücksichtnahme, Kooperation, Frustrationstoleranz  oder Empathie. Junge Menschen können ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürnisse im geschützten Rahmen einbringen, vertiefen und im Gruppenprozess voneinander lernen und profitieren. Die Gruppe ist dabei Rückhalt und Herausforderung zugleich.

4.4 Projektarbeit
Projektarbeit ist eine Alternative zur theoretisch interlektuellen Deutung bzw. Verengung des Bildungsbegriffs. In der offenen außerschulischen Bildungsarbeit bieten Projekte die Möglichkeit, themenzentriert und zeitlich begrenzt mit Jugendlichen zu arbeiten. Jugendliche entdecken dabei ihre Fähigkeiten und Interessen, machen vielfältige Erfahrungen, können eigene Themen und Ideen einbringen und in Teilen selbstbestimmte Lernerfahrungen machen. In der Projektarbeit lernen sie ihre individuellen musischen, kreativen, sportlichen und handwerklichen Ressourcen und Begabungen kennen, sie auszuprobieren  und umzusetzen. Dabei stellen Jugendliche fest, dass Lernen Spaß macht, Anerkennung und Selbstbewusstsein fördert.

4.5 Sozialraumorientierung / Gemeinwesenarbeit
Sozialraumorientierung als Arbeitsmethode in der sozialen Arbeit versucht Lebenswelten und Bedingungen so zu gestalten, dass die Menschen bessere Voraussetzungen und Möglichkeiten haben, besser mit ihren prekären Lebenslagen zurecht zu kommen. Offene Kinder- und Jugendarbeit berücksichtigt daher die Lebensrealität ihrer Zielgruppen in ihren Angeboten, Aktionen, Maßnahmen  und Beratungsansätzen. Durch Vernetzung und Kooperation im Sozialraum werden Möglichkeiten geschaffen, in Projekten und Angeboten das konkrete Umfeld der Jugendlichen zu gestalten und für sich zu verändern. Sozialraumorientierung als konsequente Weiterentwicklung des Ansatzes der Gemeinwesenarbeit geht davon aus, dass soziale Ungerechtigkeit nur gemeinsam mit den Betroffenen verändert werden kann.

 

5 Prinzipien Offener Kinder- und Jugendarbeit

Offenheit
Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen allen jungen Menschen offen. Unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Gechlecht und sozialem Status sind alle jungen Menschen herzlich willkommen.

Freiwilligkeit
Der Besuch der Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, sowie die Teilnahme an den Angeboten, sind freiwillig.

Niedrigschwelligkeit
Alle Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind  ohne Mitgliedschaft für alle jungen Menschen zugänglich und nutzbar. Die meisten Leistungen können  ohne Vorbedingungen und Kosten in Anspruch genommen werden. Für spezielle Angebote, wie Fahrten, Ferienfreizeiten, Kurse oder ähnliches werden Teilnahmegebühren erhoben, sind aber kein Ausschlussgrund für die Teilnahme an diesen Angeboten.

Partizipation
Offene Kinder- und Jugendarbeit ermutigt Kinder und Jugendliche, ihre Bedürfnisse, ihre Interessen und Wünsche zu artikulieren, zu vertreten und umzusetzen. In den Einrichtungen lernen Kinder und Jugendliche, Mitverantwortung zu übernehmen. Sie können eigene Ideen einbringen und werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Einrichtungen bei der Verwirklichung unterstützt. Bei Projekten und in Teilbereichen können   Jugendliche Eigenverantwortung üben und umsetzen. Selbständiges und eigenverantwortliches Handeln motiviert Kinder und Jugendliche zu politischer Mündigkeit und zu eigenem demokratischen Handeln.

Orientierung am Einzelnen
Jeder Mensch ist einzigartig und in seiner Würde  unantastbar. Offene Kinder- und Jugendarbeit geht in ihren Ansätzen und Angeboten von den individuellen Stärken jedes Menschen aus. In der offenen Kinder- und Jugendarbeit wird jedem jungen Menschen  Empathie, Vertrauen, Wertschätzung und Akzeptanz entgegen gebracht. Dabei wird auf die Entwicklung tragfähiger Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen besonderer Wert gelegt. Ohne diese Beziehungsarbeit kann die Förderung und Unterstützung kaum gelingen.

 

6 Querschnittsthemen – Grundhaltungen

6.1 Inklusion
Im Zusammenhang mit der UN Behindertenrechtskommission  wird der Begriff „Inklusion“ häufig genannt. Oft wird er mit dem Begriff der „Integration“ gleichgesetzt. Das hat in der pädagogischen Debatte zu vielen Unsicherheiten geführt, weil irrtümlicherweise angenommen wird, Inklusion und Integration wären dasselbe.
Allerdings geht Integration von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung aus. Integration will behinderte Menschen im Alltag sichtbar machen und in Regeleinrichtungen integrieren.
Inklusive Pädagogik gestaltet Angebote, die allen Kindern und Jugendlichen gerecht  werden und für alle nutzbar sind, unter Berücksichtigung der individuellen Interessen und Fähigkeiten. (Vgl. Leitlinien Inklusion der Stadt Frankfurt am Main)
Vielfalt, Toleranz und Offenheit, sind die Themen und Schlagwörter unzähliger Fachveranstaltungen.
Strategien gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus werden diskutiert und werden in Handlungskonzepte der offenen Kinder- und Jugendarbeit aufgenommen.

Dabei ist es Ziel der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, gesellschaftliche Teilhabe zu sichern und Ausgrenzung zu verhindern. Eine gute Mischung hinsichtlich sozialem Status, Herkunft, Religion, Schulbildung, mit und ohne Behinderung wird angestrebt.

6.2 Gender
Der aus dem Englischen stammende Begriff Gender bezeichnet als Konzept die soziale, gesellschaftlich konstruierte oder psychologische Seite des Geschlechts  (das soziale Geschlecht) einer Person im Unterschied zu ihrem biologischen Geschlecht (sex). Im Deutschen ist eine vergleichbare Differenzierung leider nicht möglich.
In der Entwicklung von geschlechtsspezifischer über die geschlechtsbewusste Jugendarbeit hin zu einer Genderorientierung mit dem Ziel der „Geschlechtergerechtigkeit“  hat die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt am Main eine Vorreiterrolle übernommen. In den Frankfurter Leitlinien zur Förderung der Jungendarbeit wurde der Begriff der geschlechterbewussten Jugendarbeit verwendet. Durch die Pluralbildung des Wortes „Geschlecht“ lassen sich dadurch im Sinne von Gender biologisches und soziales Geschlecht unterscheiden und differenzieren. Im Sinne von Gender wird auf die Vielfalt der Ausgestaltung geschlechtlicher Identität hingewiesen. Offene Kinder- und Jugendarbeit setzt sich für den Abbau geschlechterbezogener Benachteiligungen ein.

6.3 Interkulturalität
Interkulturelle Vielfalt wird in den Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Alltag gelebt. Sie wird als Bereicherung, Chance und Beitrag zur Identitätsbildung wahrgenommen. Der notwendige interkulturelle und interreligiöse Dialog wird von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen untereinander und im Austausch mit den Kindern und Jugendlichen empathisch geführt. Verschiedenheit, andere Lebensgeschichten und Gewohnheiten werden verdeutlicht und als Bereicherung aufgenommen. Offene Kinder- und Jugendarbeit leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Verständigung und zum Abbau von Vorurteilen. Interkulturelle Jugend- und Bildungsarbeit zielt auf Begegnung, Durchmischung und Reflektion verschiedener Kulturen.

Um sich an den Bedürfnissen, Interessen und Wünsche der Zielgruppen in der Kinder- und Jugendarbeit orientieren zu können, muss die kulturelle Vielfalt immer berücksichtigt werden.

6.4 Kinder- und Jugendschutz
Es ist eine Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe Kinder und Jugendliche vor Gefahren besonders zu schützen. Das Jugendschutzgesetz regelt wichtige Gefährdungsbereiche im Leben junger Menschen.  Der § 8a im SGB VIII konkretisiert den Schutzauftrag und definiert ihn als Aufgabe der Jugendämter.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit weiß um die Gefahren für junge Menschen durch  immer schnellere  gesellschaftliche Entwicklungen. In Bezug auf Suchtgefahren, Gewalt und sexualisierte Gewalt, Extremismus, die Gefahren durch  neue Medien und Kindeswohlgefährdung, übernehmen Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen eine wichtige präventive Rolle. Die Hilfen sind niedrigschwellig, die Angebote und  Kooperationen mit Fachstellen vielseitig.

6.5 Bildung und Teilhabe
Außerschulische Bildungsarbeit ist die wichtige Ergänzung formaler schulischer Bildung und Lernform.  In der offenen Kinder- und Jugendarbeit liegt die besondere Qualität in den nonformalen und informellen Bildungsprozessen. Außerschulische Bildungsarbeit fördert bei jungen Menschen Schlüsselkompetenzen wie Selbst-, Sozial- und Medienkompetenz. Jugendliche lernen Verantwortung zu übernehmen, gestalten Bildungsinhalte mit. Das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein werden gefördert. Sie ist Lernort für Kommunikation und Akzeptanz. Möglichkeiten beim Umgang mit Konflikten  werden aufgezeigt und geübt.

Offene Kinder- und Jugendarbeit leistet mit ihrem Bildungsangebot einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe. Immer noch sind soziale Risikofaktoren, wie Aufwachsen in armen Familien, Familien mit  Migrationshintergrund, alleinerziehende Eltern und Geschlechtszugehörigkeit Faktoren, die Lebenschancen und Schulerfolg behindern. Viele Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sind kostenlos oder kostengünstig, leicht erreichbar und somit wichtiger Bestandteil von Armutsprävention und der Entwicklung von Chancengleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe.

 

7 Angebote – Formate

In den vorangegangenen Ausführungen war es wichtig, die gesellschaftliche und sozialräumliche Verortung, die Rahmenbedingungen, Grundlagen und Themen zu benennen, die für die offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugend- und Kulturzentrum Höchst ausschlaggebend und prägend sind.

Im Folgenden geht es um die praktische Umsetzung der  Aufgaben und Zielsetzungen. Die Arbeitschwerpunkte und Spezialitäten des Jugend- und Kulturzentrum Höchst sind eine Momentaufnahme. Um die Interessen und Bedürfnissen der jungen Menschen ernst zu nehmen, sind Angebote und Aktionen veränderbar und austauschbar.

7.1 Offene Angebote
Das  Jugendbistro ist zusammen mit der Sport- und Spielhalle der zentrale Treff für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Jugendbistro werden Kontakte untereinander und zu den Fachkräften geknüpft. Das Jugendbistro eignet sich hervorragend, um informell Themen aufzugreifen und zu besprechen. Hier entwickeln sich mit und unter den Jugendlichen interessante Gespräche über ihre jeweiligen Erfahrungen, welche häufig in gute Diskussionsrunden über aktuelle Themen münden. Weiterhin findet sich im Jugendbistro der geeignete Platz, um Gesellschafts- und Kartenspiele, Playstation und Wii zu spielen. Gemeinsame Spiele sind fester Bestandteil des Angebots. Die Spielkonsolen werden von den Besuchern gelegentlich für kleine Spontanturniere genutzt. Darüber hinaus haben Jugendliche die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und mit Unterstützung umzusetzen. Das Jugendbistro ist dienstags und donnerstags von 16:30 – 21:30 Uhr geöffnet; bis 18:00 Uhr nur für Teenies , bis 20:00 Uhr für Teenies und Jugendliche, ab 20:00 Uhr für Jugendliche und junge Erwachsene. Getränke und kleine Snacks werden angeboten.

Das Angebot der Sport- und Spielhalle bietet die Möglichkeit, Billard, Tischkicker, Dart und Tischtennis zu spielen. Außerdem kann die Halle für Sportangebote genutzt werden. Die Sport- iund Spielhalle hat montags von 16:00 – 18:00 Uhr für Teenies geöffnet,  mittwochs  von 16:00 – 21:30 Uhr und freitags von 16:00 – 18:00 Uhr. Der Ablauf ist wie im Jugenbistro geregelt.

Während der Öffnungszeiten kann das Außengelände des JuKuZ genutzt werden. Ein  Sportplatz, Tischtennisplatten und ein Grillplatz stehen zur Verfügung. Die Grundstücksmauer – „Wall of Fame“ – steht innerhalb des Außengeländes jungen Graffiti Künstlern zur Verfügung. Das Außengelände wird für Turniere, Grillfeste und Workshops genutzt.

Das Angebot der offenen Kreativwerkstatt ist freiwillig und selbstbestimmt. In der Werkstatt besteht die Möglichkeit, mit ganz verschiedenen Materialien zu arbeiten. Holz, Speckstein, Glas, Farben, Pappmache stehen für kreative Betätigung bereit. Das besondere ist, das jede(r) Jugendliche  entscheiden kann mit welchen Materialien er/sie arbeiten möchte. Die Fachkräfte sorgen für den notwendigen Input und unterstützen die Jugendlichen bei ihren Ideen. Mittwochs ist die Werkstatt für Jungs und Mädchen in der Zeit von 16 – 18 Uhr geöffnet, freitags nur für Mädchen von 16 – 18 Uhr.

Jeden Dienstag 19:00 – 22:00 Uhr findet in der Schulturnhalle der Hostatoschule ein Sportangebot statt. Ziel ist es, Jugendliche, die nicht in Sportvereinen aktiv sind, für Bewegung und Sport zu aktivieren. Viele Jugendliche haben schon in jungen Jahren starke bewegungsorientierte Defizite, Koordinations- und Gewichtsprobleme, denen wir versuchen entgegen zu wirken. Ein weiteres Problem ist es für Jugendliche in der Pubertät, sich den oft strengen und unflexiblen Regeln im Sportverein unterzuordnen. Wir versuchen, durch die auf die Situation und Interessen abgestimmten Methoden der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, den Spaß und die Begeisterung am Sport bei den Jugendlichen zu erhalten. Dazu gehört es auch, sich mit anderen bei Turnieren und anderen Aktionen zu messen. Gleichzeitig streben wir auch Kooperationen mit Vereinen an, die dazu geeignet sind, talentierte Jugendliche wieder an Vereine heran zu führen.

Ein weiteres Bewegungsangebot ist unser offen angelegter HipHop Tanzkurs. Der Kurs ist so konzipiert, dass jede(r) jederzeit einsteigen kann. Dabei unterstützen die Jugendlichen die schon länger dabei sind, die Jugendlichen, die neu dazu kommen. Eine ausgebildete Tanzlehrerin studiert mit den Jugendlichen tolle Choreografien ein, mit dem Ziel, bei Veranstaltungen wie z.B. Dance Battles mitzumachen. Im Jugend- und Kulturzentrum Höchst werden zwei mal im Jahr eigene Dance Battles veranstaltet. Es wird in den Kategorien Popping, House, Locking und HipHop getanzt. Breakdance- Elemente werden gezielt mit eingebaut.

7.2 Kurse, Projekte und Workshops
Im Jukuz Höchst werden zu den  Themenbereichen Musik, Tanz, Medien, Kunst, Kreativität, außerschulische Bildung, Freizeiten, Kurse, Projekte und Workshops angeboten. Eine besondere Spezialität bildet dabei das neu entstandene Tonstudio.

Das Konzept des Arbeitens im Team mit verschiedenen Fachleuten, Themen und Materialien, die gezielte Planung und Vorbereitung der Kurse und Projekte, eröffnet den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen eine große Bandbreite an Möglichkeiten im sozialen und persönlichen Bereich, sowie im interkulturellen Dialog. Dabei sind Kreativität, soziales Miteinander, Eigeninitiative, Partizipation und Bildung wichtige Faktoren für die Förderung junger Menschen,  auch durch die Präsentation der Endergebnisse in Form von Ausstellungen, Auftritten, Video-Filmen oder CD Produktionen.

Die Kinder und Jugendlichen erleben nicht nur unterschiedliche Kulturtechniken und individuelle Stärken und Fähigkeiten anderer TeilnehmerInnen, sondern werden auch ganzheitlich über viele Sinne angesprochen, werden in ihrer Phantasie, ihrem Intellekt und ihrer Individualität gefördert.

7.3 Ferienangebote
In den Schulferien, vorwiegend während der Ostern-, Sommer- und Herbstferien, bietet das JuKuz Höchst vielfältige, an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientierte, Angebote an. Die Nachfrage nach ganztätigen Angeboten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Berufstätige Eltern suchen verlässliche Angebote für ihre Kinder. Kinder und Jugendliche freuen sich  (ohne Zeit- und Leistungsdruck) auf sportliche, kreative und abenteuerliche Ferienerlebnisse.

Das Spektrum der Angebote im Jugend- und Kulturzentrum Höchst reicht dabei von Tagesfahrten in Erlebnisparks, über Wochenworkshops mit kreativen und medialen Angeboten, spannenden erlebnispädagogischen Wochen, bis hin zu Veranstaltungen mit Eventcharakter in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Trägern.

7.4 Inklusive Angebote
Seit der Phase der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bietet das JuKuZ Höchst für Jugendliche mit besonderen Fähigkeiten  Möglichkeiten  der Teilhabe am Freizeitangebot. Das Jugend- und Kulturzentrum Höchst ist barrierefrei zu erreichen. Für Jugendliche sollen Angebote im JuKuZ selbständig und ohne fremde Hilfe erreichbar werden. Bei den Angeboten geht es allerdings auch um Besucher und Besucherinnen, die aufgrund anderer Benachteiligungen nicht teilhaben können.

Der integrative Nachmittagstreff findet 1x pro Woche statt. Jugendliche mit und ohne Behinderungen begegnen sich und gestalten gemeinsame Freizeitaktivitäten. Es wird daran gearbeitet, dass diese Jugendlichen selbständig ins JuKuZ kommen können. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den  Eltern wichtig.

Bei den Sommerferienangeboten „Adventure Tour – im Erlebnisraum Rhein / Main“ und beim Video Projekt „Blick durch die Linse“, sind Plätze für Jugendliche mit Behinderungen reserviert.

Die Veranstaltung „Höchster Literaturgenuss“, eine Kooperation mit dem „Bunten Tisch – Höchst miteinander“, zielt auf die Begegnung mit Menschen  im Stadtteil unterschiedlichster Herkunft und Migrationserfahrungen. Autoren lesen aus ihren Büchern. Dazu werden kulinarische Spezialitäten aus den jeweiligen Herkunftsländern der AutorInnen gereicht.

Die Medienprojektwoche „Höchst Kreativ“ ist eine Kooperationsveranstaltung mit der FUAS – Frankfurt University of Applied Sciences (Fachbereich soziale Arbeit) und Schulen aus dem Frankfurter Westen. Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher Schulformen arbeiten in Gruppen an kreativen und medialen Themen. Zum Abschluss der Woche werden die Ergebnisse bei einem großen Event präsentiert.

7.5 Events
Events sind kulturelle Großveranstaltungen, die sehr aufwendig sind und lange Vorbereitung benötigen, aber gleichzeitig für viele Jugendliche die Möglichkeit bieten, eigenes Lebensgefühl auszudrücken. Das JuKuZ Höchst bietet im Haus zu bestimmten Anlässen, wie z.B. Fasching, und Halloween solche Veranstaltungen an.

An Wochenenden finden in Kooperation mit Hausbesuchern große Events, wie z.B. Dance Battles, Musikveranstaltungen und Graffiti Jams im Außengelände und in der Veranstaltungshalle des JuKuZ  statt.

Das JuKuZ Höchst beteiligt sich regelmäßig an Großveranstaltungen im Stadtteil, wie z.B. Weihnachtsmarkt, Höchster Suppenfest, Höchster Altstadtfest.

7.6 Jugendhilfe und Schule
Die intensive, regelmäßige Kooperation mit Höchster Schulen ist ein wichtiger Bestandteil  der Arbeit im  Jugend- und Kulturzentrum Höchst. Schwerpunkt bildet dabei die enge Zusammenarbeit mit der Kasinoschule(Förderschule für Lernhilfe), der Hostatoschule (Hauptschule) und der IGS – West (integrative Gesamtschule).

Mit der Kasinoschule gestalten wir P.i.T., Prävention im Team, ein Antiaggressionspro- gramm des Landes Hessen. Das Programm ist für alle 7. Klassen verbindlich. Schule, Polizei und Jugendhilfe bilden dabei ein gemeinsames Team. Ein Hausaufgabenprojekt mit gezielter Förderung führen wir ebenfalls mit der Kasinoschule durch.

Im Rahmen  der offenen Frankfurter Ganztagsschule der Hostatoschule und der IGS-West findet jeweils eine AG in der Kreativwerkstatt des JuKuZ statt.

Die Schulsozialarbeit der Hostatoschule nutzt einmal im Jahr die Räumlickeiten des JuKuZ für eine Projektwoche.

7.7 Beratung
Das Beratungsangebot im Jugend- und Kulturzentrum Höchst ist ein niedrigschwelliges Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene. Wo eine Fachberatung notwendig erscheint verstehen wir unsere Arbeit als Wegweiser und Vermittlung zu den entsprechenden Fachberatungsstellen. Unser Beratungsangebot konzentriert sich auf die Bereiche Berufsorientierung, Bewerbung, Übergang  Schule/Beruf, Konflikte, Straffälligkeit, sowie Anträge und Schriftverkehr.

7.8. Raumvergabe und Raumnutzung
Einige Räume im Jugend- und Kulturzentrum Höchst stehen für Fremdveranstaltungen, überwiegend für Bewohner des Sozialraums bzw. Stadtteils, zur Verfügung. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um Familienfeiern wie Hochzeiten und Geburtstage, um Nachbarschaftsfeiern und kulturelle Feiern. Die Nachfragen für Kinder- und Jugendgeburtstage nehmen immer mehr zu. Die Tatsache, dass immer weiniger Einrichtungen bereit sind, für solche feiern Räume zur Verfügung zu stellen, spielt dabei sicher eine wichtige Rolle. Gleichzeitig sind die Preise vieler professioneller Anbieter für viele Interessenten zu hoch. Diese Raumnutzungen sind auf das Wochenende beschränkt. Die Öffnungszeiten für die Jugendlichen werden dadurch nicht eingeschränkt.
Darüber hinaus nutzen viele Initiativen, Vereine und ethnische Gruppen unsere Räumlichkeiten. Dabei geht es den Nutzern darum, ihre kulturelle Identität zu bewahren, muttersprachlichen Unterricht anzubieten und traditionelle Werte und Bräuche  wie  Musik, Theater, Tanz oder Essgewohnheiten in der Fremde zu leben.

 

8 Öffentlichkeitsarbeit

Zur Darstellung der Einrichtung in der Öffentlichkeit, sowie zur Information für die Besucher, deren Eltern und die Stadtteilöffentlichkeit, haben wir uns unterschiedliche Möglichkeiten zur Information, den Zielgruppen entsprechend, geschaffen.

Im Internet sind wir mit einer eigenen Homepage vertreten. Drei mal im Jahr veröffentlichen wir unsere Angebote in unserem Einrichtungsprogramm. Für einzelne Veranstaltungen werben wir zusätzlich mit Plakaten und Flyern. Durch regelmäßige Pressemitteilungen informieren wir die interessierte Stadtteilöffentlichkeit. Wir präsentieren unsere Arbeit in Arbeitskreisen, in Schulen und anderen Institutionen im Sozialraum. Bei Veranstaltungen im Stadtteil, wie beim Höchster Suppenfest oder auf dem Höchster Weihnachtsmarkt, präsentieren wir ebenfalls unsere Arbeit.

 

9 Evaluation und Qualitätsentwicklung

Für die Arbeit im Jugend- und Kulturzentrum Höchst  ist es von großer Bedeutung, verlässliche Aussagen zur Wirkung unserer Angebote und Arbeitsansätze zu bekommen. Unsere Arbeit dokumentieren wir in Jahresberichten und Projektauswertungen. Bei bestimmten Angeboten führen wir Befragungen der TeilnehmerInnen durch. Ebenso werden im Team Auswertungen unserer Angebote vorgenommen.

Zur Qualitätssicherung sind Maßnahmen erforderlich, die es ermöglichen, konstant gute Ergebnisse mit unseren Arbeitsansätzen zu erzielen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Einrichtung qualifizieren sich regelmäßig durch Schulungen und Fortbildungen weiter. Supervision, kollegiale Beratung und Coaching fördern ebenso die Qualitätsentwicklung.

(Stand 2016)